Archiv für die Kategorie „Business“

Die deutsche Automobilindustrie ist für unsere Volkswirtschaft wichtig. Mit 815 000 Mitarbeitern haben MB, BMW und VW in den letzten sechs Jahren € 190 Mrd. Gewinn (Umsatz 450 Mrd.)erzielt.

Im Dieselskandal ist die Industrie eher mit ihrer sehr guten (?) Lobbyarbeit  als mit deutscher Ingenieurkunst „aufgefallen“.

Nachdem die Gesetzgebung verlangte, dass die Abgaswerte (Stickoxide oder NOx) nicht im Labor/Prüfstand erfüllt sein müssen, sondern auf der Straße, gelang den Lobbyisten ein Geniestreich.

Sie erfanden den Konformitätsfaktor. Er mildert mathematisch den realen NOx Ausstoß ( Real Driving Emissions)  herunter und erlaubt legal höher Verbrauchswerte auf der Straße als im Labor. Zunächst überzeugte die Lobby die EU Kommission und die Bundesregierung von dem Konzept. Dann feilschten sie erfolgreich um den Wert des Faktors.

Die EU Kommission schlug einen Wert von 1,6 später in 5 Jahren 1,2 vor.  Ein Fahrzeug konnte also legal auf  der Straße 128 mg Stickoxid pro km abgeben. Der Konformitätsfaktor bringt diesen Schadstoffausstoß auf die rechnerische Größe 80 (das politische Ziel Regierung), eine Messtoleranz von 60 % . Nach fünf Jahren würde dann die Fehlertoleranz auf 20 Prozent gebracht. Der Konformitätsfaktor sollte also nicht die Abgase verringern, sondern sie diente dazu, den PKW Bestand an Dieselmotoren mit maximal 90 Prozent  zu legitimieren. Die Umweltverbänden (DUH) nennen das: Schutz der Motoren statt Schutz unserer Lungen.

Die Lobbisten waren mit diesem „Betrug“ an den Umweltzielen noch nicht zufrieden. Sie forderten dreist zunächst einen Konformitätsfaktor von 2,2 (Messtoleranz  220 Prozent!) und danach 1,6 bis 1,5.

Das Ergebnis: am 3.02.2016 stimmt das Europäische Parlament dem „Dieseldeal“ mit den Werten  2,1 und später 1,5. Das Gesetz tritt diesen September in Kraft.

Ein Hoch auf die Lobby. Sie kann besser die Politik tunen als Ihre Dieselaggregate.

Quelle: DIE ZEIT vom 3.08.2017

schrieb der deutsche Aphoristiker  Elmar Kupke.

Da kann man bei folgenden Zahlen nachdenklich werden:

Schulden( Staat, Privat, Firmen) der Welt: $ 215 Billionen.

Das enspricht 325 % des Welt BIP.

Die Staaten haben sich mit knapp 90 % des Welt BIP verschuldet.

Der Deutsche Staat liegt erfreulich nur bei 68%, in Japan dagegen liegt der Wert bei gefährlichen 227 %.

Bedenklich auch, dass der weltweite Finanzsektor mit  83 % des Welt BIP verschuldet ist. Bankenkrise?

Quelle:

https://de.wikipedia.org/wiki/Institute_of_International_Finance

Bei unserem Osterurlaub im Mittelschwarzwald waren wir in Museen der  Städte Schramberg und Wolfach (an der Kinzig, einem Nebenfluss des Rheins).  In den beiden Orten kann man gut die Vergänglichkeit von Industriezweigen beobachten: Zeitmessung und –anzeige (Uhrenindustrie in Schramberg, Fa. Junghans)  und Holzindustrie (Flößerei in Wolfach).

Die Flößerei gibt es seit  1895 nicht mehr im Schwarzwald. Die Uhrenindustrie erlebte Ihren peak vor dem  1. Weltkrieg.

Das Einschlagen von Holz (früher Eiche, später Tanne) und der Transport über Wasserwege war eine Schwarzwälder Spezialität. Die Industrie überlebte 700 Jahre, bevor sie durch eine Disruption obsolet wurde.

Der Schwarzwald profitierte von seinem Holzreichtum, der steigenden Nachfrage, die die koloniale und maritime Expansion der Niederlande im 17. Jahrhundert  und dann die Industrialisierung (Holz ist nicht mehr nur Energielieferant sondern auch Baumaterial) im 18. Jahrhundert hervorriefen.

Die Flößerei kannte man schon im Altertum. Die Schwarzwälder schafften es jedoch die Flussflößerei  über Kinzig und Rhein bis nach Holland zu perfektionieren. Andere Transportmöglichkeiten standen bis ins 19. Jahrhundert nicht zu Verfügung und boten der Branche Schutz.

Mit der Expansion des  Eisenbahnnetzes in Deutschen Reich und in Europa Mitte des 19. Jahrhunderts entstand jedoch die Möglichkeit, Holz über lange Strecken unproblematisch und günstig zu transportieren. Der Schienentransport sorgte bis 1895 dafür, dass die Flößerei im Schwarzwald als Dienstleistung verschwand.

Die Schwarzwälder machten darüber hinaus zusätzliche Fehler: sie ersetzten die Eichenwälder durch schnell wachsende Tannen. Damit begaben Sie sich der Möglichkeit, ihr Schlachtvieh in den Laubwäldern zu füttern. Sie verloren weiters ihren Mischwald , verschlechterten die Qualität des Holzes ( Monokultur Tanne) und damit den Zugang zu lukrativen Märkten.

Die jüngere Uhrenindustrie im Schwarzwald zeigt ebenfalls eine spannende Entwicklung. Die Schwarzwälder produzieren Ende des  17. Jahrhundert Glas und vertrieben es über „Glasträger“ in Europa.

Diese „Vertriebsleute“ brachten die Idee der Uhr im Privathaushalt mit aus Böhmen. Die Schwarzwälder kopierten das Konzept. Sie produzierten in Heimarbeit Uhren, die den Holzreichtum mit ihrem Verarbeitungs- know-how verbanden. Ihre Uhren waren vollständig aus Holz und unschlagbar günstig.

Sie vertrieben Ihre billigen Uhren erneut über Ihre Vertriebsleute:  die „Träger“  trugen nun Holzuhren.

Der günstige Preis der Uhr erleichterte die Penetration der Uhr in die Haushalte. Die Nachfrage stieg  und verlangte nach einer Professionalisierung der Produktion. Die Produktion einer Uhr wurde nun von verschiedenen Nebengewerben (Verlegersystem) vorbereitet und erst im finish von dem Hauptgewerbe fertig produziert.

Statt vollständig aus Holz wurde für die Mechanik nun auch Metall eingesetzt.

Die Anzahl der Uhren, die ein Arbeiter in der Woche fertigstellen konnte, versechsfachte sich im 18. Jahrhundert.

Schon Mitte des 19. Jahrhundert produzierte der Schwarzwald 600 000 Uhren pro Jahr für den Weltmarkt. Das war ein Segen für die Region, denn die Flößerei verschwand wenige Jahre später.

Das Wachstum veränderte auch die Wertschöpfungskette der Industrie. Produktion und Vertrieb trennten sich.

Vor dem Ersten Weltkrieg wurden in der Region in industriellem Maßstab knapp 6 Mio. Uhren produziert.  Im Segment der „Großuhren“ hatte der Schwarzwald einen Weltmarkanteil von 50 %.

Die beiden Weltkriege setzten der Uhrenindustrie schwer zu. Die Disruption der Industrie mit Kunststoff und Quarzmechanismus beschädigten den Standort zusätzlich.  Die Industrie ist zu einer handwerklichen Nische geschrumpft.

lehrer2Willst Du den sicheren Ruin eines Unternehmens, gib ihm 30 Jahre Erfolg.

Anton #Schlecker in einem #DIEZEIT Interview 2005.

Dem Author Marcus #Rohwetter zeigte er einen Zettel, auf die der einstige Drogeriekönig mehrer Handelsunternehmen aufgechrieben hatte. Einige waren durchgestrichen. Sie existierten nicht mehr.

 

Im Zusammenhang mit dem Dieselskandal bei Audi wurden ein paar interessante Details bekannt.

Für den AdBlue ( Harnstofflösung) Tank hatte Audi ein Fassungsvermögen von 16 Liter konzipiert. Test zeigten, dass aber auf 1000 km 8 Liter verbraucht wurden, um die Werte zu halten. Vorgabe war jedoch mit 16 Liter AdBlue 10 000 km weit zu kommen.

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Was tun?

Tank vergrößern? Ging nicht. Dafür war kein Platz vorhanden.

Also setzten die Ingenieure einen Trick ein, den sie Cycle Beating nannten. Sie führten die bekannten zwei Betriebsmodi (Straße und Test) ein, die jetzt in den USA aufgefallen sind.

Und schon hatte Audi den Vorsprung durch Technik in Vorsprung durch Betrug (Der Spiegel) ersetzt.

27 th of July 1866, 150 years ago, the newspapers talked about the „8th world miracle“

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From Ireland to Canada a cable with a length of 3000 kilometers was brought down in the Atlantic Sea.

It took private investors 12 (and 2 years after the American Civil war was over) years to finish this important disruption to the market of  information transportation.

Important personalities where #Field Cyrus W. (Investor, USA), #Morse Samuel F. B (telegraf  inventor and advisor)and  #Pender John (Investor, UK).

The cost of using the new way of information transportation was indeed  high.

20 words where billed with 20 British Pounds which was a monthly salary of a craftsman.

Nonetheless the success was huge.

 

In 1869 46 messages a day crossed the Ocean.

Four years later the network had a “capacity “ of 100 000 kilometers.

1903 10 k messages where delivered each day.

Two features of this significant innovation are important to keep  in mind:

  • it was a private investment and there was no government funding involved.
  • it created  an  advantage to an elite of users who draw significant benefits from the “network which changed the world”

All information are  credited to “DIEZEIT”,  Simone  #Müller (http://www.geschichte.uni-freiburg.de/struktur_personen_und_projekte/professuren_mitarbeiter_innen/akademische-raete-dozierende/simone-mueller/index.html )  and here book “Wiring the world. The Social and Cultural Creation of the Global Telegraph Networks” #ColumbiaUniversityPress

Während den Regierungszeiten demokratischer Präsidenten stiegen die Aktien jährlich durchschnittlich um rund 11 %.

BildDie republikanischen Präsidenten schafften dagegen nur magere 4,8 Prozent.

Die Zahlen umfassen die Nachkriegsperiode ab 1945.

Quelle: FAS vom 13.03.2016.

 

Wie sähe eine solche Aussage für die Bundesrepublik #Deutschland aus?

Welche #Kanzlerpartei erlebte seit 1948 die beste Entwicklung des #Dax Indexes?

Beginnen wir mit den Regierungperioden der acht deutschen Nachkriegskanzler.

Die Performanz des DAX Index nehmen wir aus der #FAZ Finanzen vom 6.01.2016, Seite 25 .

Dort werden die jährlichen Renditen von 1949 bis 2015 aufgelistet.

Kanzler/Partei      Regierungszeit in Jahren                         Entwicklung des Daxes

Adenauer /CDU           1949 – 1963                                                              27 %

Erhard/CDU                  1963 -1966                                                              (3) % (Minus)

Kiesinger/CDU             1966 – 1969                                                               23 %

Brandt/SPD                   1969 – 1974                                                              (6) % (Minus)

Schmidt/SPD                 1974 – 1982                                                                 7 %

Kohl/CDU                       1982 – 1998                                                               17 %

Schröder/SPD                1998 – 2005                                                                4 %

Merkel/CDU                   2005 bis 2015 (vorläufig)                                        7 %

 

Bilden wir den Mittelwert, so wie in dem US Beispiel, ergibt sich:

#CDU                   14 %

#SPD                   0,5 %

 

Damit schlägt die CDU auch die  demokratischen Präsidenten.

Die SPD schafft nicht einmal die Performanz der #GOP (Republikaner).

Ich will nicht allzu in die Zahlen hinein interpretieren.

Aber:

Wenn Wirtschaftspolitik Auswirkungen auf die Unternehmen und damit auf die wichtigsten Firmen im DAX hat, dann spricht viel dafür, dass die wirtschaftspolitische Programmatik der SPD nicht besonders gut wirkt.

Der Erfinder der Marktwirtschaft, Bundeskanzler #Ehrhard, zeigt eine Performanz, die so garnicht zu seinem heutigen Image als Herr #Wirtschaftwunder paßt.

Trotz oder wegen der Wiedervereinigung zeigt insbesondere der „Kanzler der Einheit“, Helmut #Kohl eine tolle Leistung.

Bundeskanzlerin #Merkel muss sich noch anstrengen in den nächsten Jahren, will sie die Werte von #Adenauer und Kohl packen.

Die Forderung nach bezahlbarem Wohnraum geht den Parteien leicht von der Hand.

Bei den Lösungen, also dem Wie?,  jedoch werden die meisten im Kommunalwahlkampf in Friedrichsdorf wortkarg.

ziel1Wir haben auf auf unserem außerparlamentarischen Stammtisch am 3.02.2016 Ideen vergestellt. Die TZ berichtete darüber.

 

Die politische Forderung nach bezahlbarem Wohnraum íst ein Megathema.

Google etwa liefert zu „bezahlbarem Wohnraum“ in 0,38 Sekunden 49 000 Einträge.

„Affordable living“ bringt es   sogar auf 8 000 000 Einträge

Der Kreistag des Hochtaunuskreises (HTK) beschließt Anfang Februar 2016 auf Antrag der SPD erst einmal einen „runden Tisch für günstiges Wohnen“.

Bei Grundstückspreise im Vordertaunus von € 350 bis 500 sei das gut für die Grundstücksbesitzer, meint die SPD, aber schlecht für Familien.

Auf die Einlösung der Forderung werden die Wähler im HTK bis nach der Wahl am 6.03.2016 vertröstet.

Die Baugenossenschaft Hochtaunusbau stellt fest, dass das Angebot in Bad Homburg bei 12 €/qm kalt liege, der Bedarf für 8  €/qm aber ohne „politisches Geld“ nicht abgedeckt werden könne

Friedrichsdorf hat 32 Gebäude mit 215 Wohneinheiten im sozialen und bezahlbaren Segment. Bei einige dieser Gebäude  wurde durch den Ausbau der Dachgeschosse zusätzlicher Wohnraum für diese Segmente geschaffen.

Im Neubau von sozialen und bezahlbaren Wohnraum ist Friedrichsdorf seit Dekaden nicht mehr aktiv.

Über eine eigene Wohnungsbaugesellschaft verfügt die Stadt nicht.

Im Neubaugebiet Peterweiler Holzweg Plantation (PPH bzw. Ökosiedlung) werden 25 Wohnungen für das gebunden Wohnsegment entstehen.

Neben den schon beplanten ( für das „soziale Segment“ ohnehin nicht vorgesehene) Flächen PPH und dem ehemaligen Gelände der PRS im Hohen Weg verfügt die Stadt noch über 6 kleinere Flächen, die sich für eine Bebauung anbieten.

Damit läßt  sich die Nachfrage von Sozialwohnungen, die in Friedrichsdorf bei 313 Wohnungen liegt, auch nicht annähernd abdecken.

zeitung2Die weiter unten ausgeführte Faktenlage zeigt:

Neubaubauten orientierten sich an dem Eigentumssegment des Geschoßwohnungsbaus und an den gehobenen Mietmarkt Segment (siehe Bahnstr., PPH und PRS/Hoher Weg)

Die sozialen (5 – 6 €/qm) und bezahlbaren Mietsegmente (bis 8,5 €/qm) gehen leer aus.

 

Wie läßt sich die Bedarfslücke schließen?

Es gibt  Handlungsoptionen für Bund, Land und HTK/Friedrichsdorf.

Wir stellen kurz die Optionen des Bundes und des Landes Hessen vor.

Konzentrieren wollen wir uns aber auf unsere Stadt Friedrichsdorf.

 

Handlungsoptionen beim Bund

Die Politik muss sich wieder darum kümmern, dass die Vielfalt auf der Anbieter-/Eigentümerseite im Mehrgeschossbau beibehalten und ausgebaut wird: kommunale Wohnungsbaugesellschaften, Genossen, Private und Wirtschaft müssen motiviert werden, in diesem Markt wieder aktiver zu werden.

  • Alle: Die Afa wird von  2 auf 4 % angehoben (geplant bei Kosten unter 2 000 €/qm, das ermöglicht bezahlbare Mieten).
  • Pro 1 Mrd. Förderung können so 20 000 Wohnungen entstehen, 10 Mr. hat die Regierung vorgesehen, also 200 000 Wohnungen.
  • Der Wirtschaft in Ballungszentren verdeutlichen, dass Mitarbeiterwohnungen einen wichtigen  Wettbewerbsvorteil bei knappem Angebot an Fachkräften darstellt.
  • Genossen stärken durch private Fondlösungen, die alternative Zinsertäge für Private ermöglichen
  • Höhere bauliche Dichte, indem eine höhere Geschossflächenzahl (GFZ) möglich wird.

Handlungsoptionen beim Land Hessen:

  • Eigenkapitalquote, die zur Förderung berechtigt,  senken
  • Förderung auf Zentren fokusieren
  • Bestand managen : Förderung verlängern
  • Längere Darlehenszeiträume
  • Mehr Zuschussförderung
  • zusätzliche Förderung für Neubau im bezahlbaren Segment

entdecker1Handlungsoptionen für Friedrichsdorf:

Der Neubau von Sozialwohnungen und bezahlbarem Wohnraum setzt die Flächenbereitstellung der Stadt voraus.

  • Mit der Konzeptvergabe (statt den besten Preis und ohne Konzeptvorgaben)des PPH Geländes mit wenigsten 25 Sozialwohnungen wurde ein kleiner, richtiger Schritt unternommen
  • Unsere einfachen Flächenreserven sind schmall. Wir müssen kreativ diesen Enpaß überwinden (wollen).
  • Als nutzbare Flächenreserven hat unser Stammtisch die 2. Ebenen über den Parkflächen bei dem Restaurant „Stadt Berlin“ , den Parkflächen zwischen alten und neuem Viadukt östlich der Bahntrasse sowie die Parkfläche gegenüber der Taunusfiliale in Köppern vorgeschlagen.
  • Bei Neubauten von Geschossbau sollte die Stellplatzsatzung hinterfragt werden. Sie verteuert den Wohnraum.
  • Solche Ideen werden auch in anderen Städten geprüft: z.B. in München http://www.merkur.de/lokales/muenchen/stadt-muenchen/wohnungsbau-trotz-platzmangel-neue-ideen-muenchen-wohnen-ueber-parkplatz-5930634.html

Unverzichtbar ist es schließlich , dass der Chef der Verwaltung die Bereitstellung  sozialer und bezahlbarer Wohnbauflächen auf seine Prioritätenliste nimmt.

Wir und die Wähler sind gespannt, wie sich die Parteien vor der Wahl am 6.03.2016 in dieser wichtigen Frage positionieren.

 

entdecker2

Fakten:

Der  bundesweite, jährliche Bedarf an Wohnungen wurde bislang mit 275 00 angesetzt.

Heute sieht die Bundesregierung die Notwendigkeit für 350 000 jährlich neugebaute Wohnungen.

 

 

 

 

 

Warum?

Der Bedarf wird durch folgende Ursachen hochgetrieben („Treiber“):

  • 50 % der Einwohner in Deutschland leben in Ballungszentren. Dieser Anteil steigt.
  • Der Anteil der Bürger älter als 60 steigt deutlich an.
  • Die Zahl der Haushalte steigt schneller als die Bevölkerung  (die bald sogar sinkt).
  • Die Haushaltsgrösse je Haushalt sinkt.
  • Der Anteil der Einpersonenhaushalte steigt an.
  • Die Pro Kopf Wohnfläche steigt

Zusätzlich steigen die Wohnkosten inkl. der zweiten Miete/Nebenkosten deutlich und steiler an als das verfügbare Einkommen.

Der Anteil der Ausgaben für Wohnen an dem verfügbaren Einkommen steigt deutlich.

Der Anteil der Ausgaben für Wohnen am verfügbaren Einkommen steigt insbesondere bei den unteren Einkommensgruppen.

Bei einem Haushaltseinkommen von € 900 ( Alleinstehend) bis € 2.000 (Ehepaar) werden 46 bzw. 36 % davon fürs  Wohnen ausgegeben.

Es werden deshalb für die unteres Einkommensgruppe zuätzlich 3,5 Mio. Sozialwohnungen gebraucht.

 

Das Angebot an Wohnungen passt nicht zu dem steigenden Bedarf und der Bedarfsstruktur.

Warum?
Dafür gibt es folgende Ursachen:
  • Der jährliche Neubau von Wohnungen liegt mit 155 000 Einheiten deutlich unter dem Bedarf.
  • Der Bestand im sozialen Segment ist von 3 auf 1,5 Mio. Wohnungen gesunken.
  • 80 000 gebundene Wohnungen gehen jährlich nach ihrer Bindung in den ungebundenen Markt.
  • Nur 15 000 gebundene Wohnungen kommen jährlich neu in den Markt
  • Es werden zuätzlich 3,5 Mio. Sozialwohnungen gebraucht.
  • Bei den Neubauten überwiegt der Anteil der Ein- und Zweifamilienhäuser ( ca. 100 000)
  • Von den Mehrfamilienhäusern sind lediglich 60 % Mietwohnungen
  • Im Mietwohnungsbau werden lediglich 40 % im bezahlbaren und nur 17 % im sozialen Segment errichtet
  • Die Unausgeglichenheit zwischen Bestandswohnungs- und Haushaltsgröße nimmt zu.
lehrer1
Im Markt lassen sich drei Segmente in Ballungszentre ausmachen:
preisgebundenen („sozial“)  Segment mit   5,5 bis 6.0 €/qm
mittlere („bezahlbar“) Segment           mit   6,0 bis 8,5  €/qm
gehobenes Segment                                 mit  8,5 bis …… €/qm
Mietwohnungen gibt es in Deutschland 20 Mio. (von 40 Mio. Wohnungen).
Die Akteure des Geschoßwohnungsbaus für Wohnungen halten sich seit Jahren beim Neubau zurück.
  1. öffentliche Arbeitgeber (etwa Bahn und Kommunen) , Wohneinheiten 2,3 Mio.
  2. Großunternehmen und Versicherungen, Wohneinheiten 4,0 Mio
  3. Einzelbauherren, Wohnungseinheiten 9,0 Mio.
  4. Genossenschaften, Wohnungseinheiten 2,0

Die Gründe für die Zurückhaltung:

  • Konzentration aufs Kerngeschäft (Mitarbeiterwohnungen gehört eher nicht dazu)
  • Investitionen in den Bestand binden Finanzmittel
  • Renditeerwartung ist hoch.
  • Die darlehensbasierte Förderung bietet bei niedrigen Kapitalmarktzinsen  keinem Anreiz.
  • Flächenknappheit
  • Kosten
    • Bauland wird teurer
    • Bauen wird komplexer und teurer
    • Baustandards verteuern Baukosten
    • Baukosten ( Material)  selber verteuern sich

 

Dämpfend auf das Angebot wirkt ferner die Tatsache, dass die Kaltmieten geringer steigen als die Inflation.

Eine Musterrechnung des Eduard Pestel Instituts in Hannover, von dem auch einige Zahlen aus diesem Blog stammen. zeigt in einer Musterrechnung ( „Strategien für bezahlbares Wohnen in der Stadt“ Seite 66-67), dass bei den gegenwärtigen Abschreibungsbedingungen und ohne Förderung eine positive Rendite des Eigenkapitals bei einer Kaltmiete von  8,50 €/qm möglich ist. Ein Preis von 7,50 €/qm rechnet dagegen kaum. Neubauten orientieren sich also auf Preise jenseits von 8,50 €/qm.

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Stimmen, die für die Weltwirtschaft eine „säkulare Stagnation“ erwarten, sind vielfältig.

 

Die Optimisten aber, etwa Prof. Dr.Dr.h.c .mult Hermann Simon (Simon, Kucher & Partner), sehen die Zukunft deutlich freundlicher.

 

Sie rechnen damit, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 2014 bis 2030 in den USA, EU, China, Brasilien, Indien, Russland und Korea um rund 30 Billionen Dollar zunimmt. Dieses Wachstum entspricht dem BIP der USA in 2014!

 

Herr Ruhland Eine Chance!

Es könnte allerdings „Brei regnen und wir hätten die Löffel nicht parat“

 

Warum? Weil Demografie Wirtschaft ist!

 

Wenn das richtig ist, dann ist die Entwicklung der Bevölkerung eine wichtige Voraussetzung dafür, dass wir diese Wachstumschancen in der nächsten 15 Jahren für Deutschland nutzen können.

 

Demografie ist der „Löffel zum Brei“. Das Wirtschaftswachstum ist für unsere Exportnation der „Brei“, wenn man so blumig es ausdrücken will.

 

 

 

Allerdings.

 

Das Bevölkerungswachstum bis 2050 findet nach jetziger Auffassung nicht in Europa (2050 wird die Bevölkerung in Europa im Vergleich zu 2010 auf 96 % fallen) und schon gar nicht in Deutschland statt.

 

Die UNO rechnet vielmehr damit, dass die deutsche Bevölkerung von derzeit 82 Mio. auf 73 sinken wird.

 

Die Zahl der Erwerbstätigen wird in den nächsten 10 Jahren bei uns um 4,5 Mio. sinken.

 

Unser Wirtschaftswachstum wird von der Demografie limitiert.

 

Die Politik in Deutschland hat sich, so hatte man vor der Flüchtlingsthematik den Eindruck, gemütlich mit der Vorstellung des Bevölkerungsrückgangs eingerichtet.

 

Kaum Zuwanderung und eine stabile Geburtenrate bei 1,4.

 

Das war der Plan.

 

Die Folgen für die Wirtschaft wurden ausgeblendet.

 

Noch schlimmer.

 

Unsere Politik bei Stadtplanung( bezahlbarer Wohnraum), Energie, Renten, Bildung („Demografische Rendite für die Bildungskosten“ war ein beliebtes Wort) und Verteidigung war auf „Schrumpfen“ eingestellt.

 

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Jedoch.

 

Zwei  Szenarien der „13. Bevölkerungsvorausrechnung“ fegten schon 2011 das Schrumpfungsparadigma, dem die Politik folgt, hinweg.

 

Bei einem Zuwanderungssaldo von 300.000 (dieses Jahr werden wir deutlich darüber liegen) und eine Geburtenrate von 1,4 werden wir bei einer Bevölkerung von knapp 80 Mio. bis 2044 landen.

Die Bevölkerung bleibt auch bei einem Zuwanderungssaldo von 200.000 und einer Geburtenrate von 1,6 stabil.

 

Das ist nicht mehr das „Schrumpfen“, an dem unsere Politik ausgerichtet war.

 

Vielmehr.

 

Was passierte jedoch, wenn die Zuwanderung hoch bleibt, etwa bei 500.000? Was passiert, wenn zusätzlich die Geburtenrate auf 1,6 steigt?

 

Nun, das will uns die Politik mit dem 14. Bericht in 2018  sagen?!

 

Wenn wir dann erst anfangen Demografie zu gestalten, dann haben wir wenigsten 7 Jahre verschlafen. So werden wir es sicher nicht schaffen!

 

 

Wie ist es zu schaffen?

 

entdecker2Ehrlich und nüchtern auf die Fakten schauen. Keine blinden Flecke auf dem rechten und linken Auge.

 

Das ist Gebot Nummer 1.

 

Zu den Fakten:

 

Klar Zuwanderung und Flüchtlinge haben Schnittmengen. Sie sind jedoch nicht identisch.

 

Klar ist auch, dass Flüchtlinge und berechtigte Asylbewerber Schnittmengen haben. Sie sind jedoch auch nicht identisch.

 

Daraus folgt:

 

Die Zuwanderung, die wir künftig brauchen, um unser Volkswirtschaft auf dem gegenwärtigen Wohlstandsniveau zu halten, ergibt sich aus den berechtigten Asylbewerbern und Staatsbürger aus anderen Ländern, die zu uns kommen: freiwillig und nicht als Flüchtlinge.

 

Die Flüchtlinge, die hier kein Asyl bekommen sollen, müssen wir zurück schicken.  So haben ca. 600 Tsd. Flüchtlingen aus dem Westbalkan, die momentan bei uns sind, keine Chance hier zu bleiben.

Sie behindern vielmehr unsere Effektivität beim Asylprozesses und der Zuwanderung.

 

Hier versagt die Politik auf unverantwortliche Weise.

 

Zuwanderung kostet Geld.

 

Sie ermöglicht uns aber auch unser BIP um 5 Billionen US Dollar zu steigen. In 2014 betrug unser gesamtes BIP in Deutschland 2,9 Billionen US Dollar!Damit kann man ordentlich Wohlstand halten und schaffen.

 

Was kostet Zuwanderung durch Asylbewerber?

 

(Quelle:Bayrischer Rundfunk online)

 

Hessen zahlt  eine Jahrespauschale pro Asylbewerber an die Kommunen.

Das sind € 6.251 bis € 7.555. Dazu können noch Pauschalen für Gesundheitskosten kommen.

 

Die Kosten der Kommunen betragen pro Jahr lt. Recherchen des Bayrischen Rundfunks € 17.680. Andere gehen von € 12 -13.000 pro Bewerber aus.

 

Ergebnis.

 

Bei 800.000 Flüchtlingen, das ist die eher vorsichtige Schätzung für dieses Jahr, benötigen wir  fünf oder sechs Milliarden Euro jährlich mehr für deren Versorgung und Unterbringung.

 

Wir werden damit die USA als „Einwanderungsland“ Nr. 1 ablösen. Aber das täuscht darüber hinweg, dass wir auch Flüchtlinge aufnehmen, die keinen Asylanspruch bezitzen und als Zuwanderer nicht in Frage kommen.

 

Asylbewerber, die aus Gemeinschaftsunterfünften (GU) ausziehen (dürfen), bekommen keine Versorgung und Sachleistungen mehr.

 

Es gibt dann Bargeld: Erwachsene Alleinstehende erhalten 216 Euro, Kinder oder weitere Haushaltsmitglieder zwischen 133 und 194 Euro.

 

Zusätzlich übernehmen die Behörden anfallende Wohnkosten.

 

Ist ein Asylbewerber länger als 15 Monate im Land, stehen ihm (bei Bedürftigkeit) Leistungen auf dem Niveau der Sozialhilfe zu.

 

Damit erhält ein alleinstehender Asylbewerber etwa 392 Euro. Außerdem werden, wie bei Hartz-IV-Empfängern, Wohnkosten erstattet. Die Höhe der Zahlungen ist im Asylbewerberleistungsgesetz festgelegt.

 

Was hat die Politik unternommen?

 

antreiber2Der Bund  zahlt für 2015 statt einer zwei Milliarden an die Ländern. Darin ist unter anderem auch Geld für Wohnungsbau enthalten.

 

Für 2016 wird der Bund insgesamt rund vier Milliarden dazugeben.

 

 

Ab 2016 zahlt der Bund  670 Euro pro Person und Monat vom Tag der Erstregistrierung bis zum Abschluss des Asylverfahrens. Die Berechnungen gehen davon aus, dass pro Jahr 800.000 Flüchtlinge nach Deutschland kommen und ein Asylverfahren fünf Monate dauert (800.000 x 5 x 670 = 2,68 Milliarden).

 

zusätzlich:

 

350 Millionen Euro will der Bund ab 2016 für unbegleitete Minderjährige zur Verfügung stellen und sich mit 500 Millionen Euro am sozialen Wohnungsbau beteiligen.

 

Das ist deutlich zu wenig.

 

Die echten Kosten betragen mindestens € 12.000 pro Jahr und Bewerber und nicht, wie diesen September auf dem Flüchtlingsgipfel vereinbart  rund € 8.000

 

Die Annahme, dass ein Verfahren 5  Monate dauert, ist erkennbar unrealistisch.

 

 

Und wer zahlt die Abschiebung, der Flüchtlinge, die kein Asyl bekommen werden?

 

Laut Gesetz muss derjenige, der abgeschoben wird, die Kosten selber dafür tragen. Das gilt auch für die Unterbringung in eine Abschiebehaft. Ob die Rechnungen, die der Staat ins Ausland schickt, bezahlt werden, ist fraglich.

 

Diese Zahlen erklären, warum der Grüne Oberbürgermeister von Tübingen davon spricht, man sei im Krisenmodus.

 

Krisenmodus ist jedoch der falsche Modus. Wir müssen in einen Lösungsmodus umschalten, der streng an der Realität bleibt.

 

Drei Aspekte will ich noch anführen.

 

Integration sei ja der Schüssel, um die Chance, die berechtiget Asylbewerber für unsere Volkswirtschaft aktiv zu nutzen.

 

Das stimmt.

 

Aber wo befasst sich die Politik mit den erwarteten 325.000 zusätzlichen Schülern ( Quelle: Kultusministerkonferenz).

Wo sind die Pläne, um 20.000 zusätzliche Lehrer in das System zu bekommen.

 

Die GEW schätzt den Bedarf an zusätzlichen Lehrern gar auf 24.000 und bei den Erziehern auf 14.000.

 

Die Bundesagentur für Arbeit will 100.000 Deutschkurse für Flüchtlinge finanzieren.

 

Wir kennen also die Notwendigkeiten. Wir kennen also das „Wie“.

 

Also raus aus dem Krisenmodus in den Lösungsmodus.

 

Zwei interessante Entwicklungen will ich nicht unerwähnt lassen.

 

 

Gewinner des „Krisenmodus“ sind Firmen, die mit Flüchtlingsunterkünften Geld verdienen.

 

Die Kommunen zahlen den Unternehmen, die Flüchtlinge betreuen eine Tagespauschale von € 11 bis 30.

Nach Informationen auf der „Expo Real“, auf der in München dieses Thema Topaufmerksamkeit hatte, werden von den Firmen ca. 15.000 Flüchtlinge betreut.

 

Das ist ein Umsatzpotential von mindestens € 60 Mio.

 

Wer sind diese Firmen?

 

etwa European Homecare oder ABUB

 

UniglobalDie Zeitschrift UniGlobale hat in Ihrer jüngsten Ausgabe die bundesweite Initiative von Studenten unter dem Motto „Engagiere Dich“ vorgestellt.

 

u.a haben zwei Studenten die Online-Uni für Flüchtlinge gegründet, die einen Einstieg in das deutsche Hochschulsystem durch crowd funding ermöglichen will. https://kiron.university/.

 

In Göttingen geben  Lehramtsstudenten Sprachcoaching für Flüchtlingen.

 

Andere Studenten bauen eine Plattform auf, bei der private Zimmer an Flüchtlinge vermittelt werden.

 

Das sind ein paar Beispiele, welche soziale Innovation entstehen kann, die die Ehrenämtler, die schon jetzt an der Belastungsgrenze arbeiten,wirkungsvoll zu ergänzen.

 

Fazit:

 

lehrer1Wir haben die Chance gemeinsam mit den Zuwanderern uns eine attraktive Zukunft zu erwirtschaften.

Wir wissen, was erforderlich ist: Abschieben der unberechtigten und zügige Integration der Berechtigten

Integration kostet Geld.

Die Investition besitzt jedoch eine hohe wirtschaftlicher und sozialer Rendite.

 

Statt „ Wir schaffen das“ ein „So schaffen wir das“

Robert Gordon, Northwestern University, sieht vier Einflüsse, die eine Innovationsschwäche und damit ein geringeres Wachstum hervorrufen.

  1. Demograhie
    • Babyboomers scheiden aus der Arbeitswelt aus
    • Sinkende Wochenarbeitszeit durch Teilzeit und Minijobs
  2. sinkende Qualität des Bildungssystem
  3. Soziale Zerfallserscheinungen
    • Scheidungsraten
    • alleinerziehende Mütter
    • geringere Fürsorge für die Kinder
  4. Verschuldung der öffentlichen Haushalte

lehrer2Er diagnostiziert seit den 1970 Jahren ein schwächeres Produktivitätswachstum. In keinem Fall reiche das Produktivitätswachstum an das Niveau der 2. industriellen Revolution im späten 19. Jahrhundert heran. Lediglich im Zeitraum 1990 bis 2000 haben sich die Nutzen durch das Internet deutlich bemerkbar gemacht.

So zitiert Gordon den Internet Milliardär Peter Thiel mit seine schönen Satz: „Wir wollten fliegende Autos und haben 140 Zeichen bekommen“.

Sein Kollege, Joel Mokyr, widerspricht Gordon und ist optimistisch: „wenn die niedrig hängenden Früchte der Innovation alle gepflückt seien, werde die Wissenschft Leitern bauen, um höher hinaus zu kommen“.

Als „Blue Ocean Strategy“ Anhänger sympatisiere ich mit Joel Mokyr. Die INSEAD Forscher Chan Kim und Renée Mauborgne sehen das ähnlich. Sie sprechen von einer „hugely underestimated capacity to create new industries and recreating existing ones“

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