Archiv für die Kategorie „Uncategorized“

Andrè #Siegfried, geboren 1875, war ein französischer Wissenschaftler, Geograph und politischer Schriftsteller. Er berichtete, dass er bis 1914 in einer Welt voller Staatsgrenzen durch die ganze Welt reisen konnte. Sein einziger Ausweis sei sein Visitenkarte gewesen: ein „Wunderwerk der Pax Britannica“schreibt Ferdinand #Braudel in seinem Büchlein “ Die Dynamik des Kapitalismus“

Die Beilage zur Wochenzeitung „Das Parlament“ „Aus Politik und Zeitgeschichte2 hatte am 13.03.2017 das spannende Thema : Fremd in der Heimat ?

Hier meine Synopse:

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Wir hatten in Deutschland 2015 eine Bevölkerung von 82 Mio.

Davon haben 17 Mio. „Menschen eine Zuwanderungsgeschichte“.

Der andere Teil unserer Bevölkerung wird gelegentlich salopp „Biodeutsche“ genannt.

In Deutschland haben wir vier Minderheiten anerkannt:

  • Sinti und Roma, Bürger: 70 k
  • Friesen,                Bürger: 60 k
  • Sorben,                 Bürger: 60 k
  • Dänen,                  Bürger:  50k

 

Die beiden größten Bevölkerungsgruppen, die eine Zuwanderungsgeschichte haben, sind die (Spät) Aussiedler (auch Postsowjetische Migranten genannt) mit knapp über  3 Mio. Bürgern und die türkeistämmigen Bürger mit knapp unter 3 Mio. Bürger.

Der „Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration“ hat die Einschätzung des Intergrationsklimas bei den Bürgern erhoben und, wie ich finde, Erstaunliches herausgefunden:

Turkeistämmige Bürger (werten das Intergrationsklima mit)                63 (von 100)

Bevölkerung ohne Migrationshintergrund/Bio Deutsche also                65

(Spät) Aussiedler/Postsowjetische Migranten                                            69

Zuwanderer aus EU Ländern                                                                          71

 

Intergrationsklima: Skala 0=negativ bis 100=positiv

I just finished Kenneth Pomeranz book „The Great Divergence“.

A great read.

 

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The book was published in year 2 k by Princeton University Press.

 

Until 1750 ( East) Asia and (Northwest) Europe, Pomeranz shows in the book, had interesting parallels.

The old world cores like India, Japan, China and Europe were on par in terms of:

life expcectancy
consumption
strategy of households
ecology

After 1750 East Asia and Europe diverged.

Europe went on a resource-intensive and labor saving path.

East Asia on the other hand  was forced to take a labor-intensive and resource saving path.

Pomeranz  develops his argument like this:

Europe had luck, Asia did not have a choice.

Why?

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Europe was able to leverage its resource stock underground  and overseas

The UK specifically  had a fortunate location of coal.

The substitution of timber by coal saved Europe an important resource :forest.

In addition:

Oversea space, the Americans, provide some very important resources too (plus land savings for Europe ) i.e

cotton, sugar, tabacco, coffee.

And: the work force taken from Africa helped to produce this for Europe (labor savings in Europe)

The workforce in Europe absorbed in agriculture could be eased and workers start to become proto industrial workers.

They in turn produced stuff for the oversea  market (growing markets and reducing Atlantic transportation cost)

Not only that:  those proto industrial workers could more  easily become an industrial worker than convincing a peasant to jump to industrial work.

With all this Europe had a head start and East Asia went into a cul de sac.

First the numbers (taken from the magazin #cicero):

In 1800 we had a population of 1 Billion on earth.

2050 we may see a population of 10 Billion.

This is an increase of 1.000 %  in 250 years.

In the 19 th century it took mankind 130 years to double population.

In our current  century mankind will grow population by the factor of four in just 100 years.

Number of children per mother are in some regions of the world between 3 an 7!

entdecker2And the consequences or causes of migration:

In those countries/regions the growth of population outperfom the growth of productivity.

And thus:

86 % of migrants come from regions which belongs to this category.

90 % of all current wars take place in those regions.

 

 

 

 

One can speak of warriors and/or migrants of overpopulation an effect which is driven by the population growth in some regions…. and fighting the effect we need to promote birth control (cause)

 

 

 

 

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Alle überregionalen deutschen Zeitungen und Wochenblätter veröffentlichen lange Strecken zu den Ereignissen in der Nacht vom 4. auf den 6.09.2015.

Die Titel der Artikel:

  • Die Nacht, in der Deutschland die Kontrolle verlor (#DIEZEIT)
  • Ein Jahr wie keines (#DIEZEIT)
  • Überrollt (#FAZ)

 

Was war passiert?

Die deutsche Regierung hatte sich bis in den Sommer 2015 auf der Position ausgeruht, dass der „Exodus aus dem Mittleren Osten ein Problem der Küstenstaaten Griechenland und Italiens sei“ (Bernd Ulrich).

Das #Dublin III System werde funktionieren (Die Flüchtlingen werden in dem Europäischen Land registriert, indem sie ankommen. Danach werden sie auf die EU Staaten verteilt)

Am 21. August 2015 spricht Merkel ihren berühmten Satz: Wir schaffen das.

Am gleichen Tag veröffentlicht das Bamf (Bundesamt für Migration und Flüchtlingen) auf Twitter den folgenden Tweet: Verfahrensweg zur Ausetzung des Dublinverfahrens für Syrische Flüchtlinge.

Damit wird zum ersten Mal anerkannt, dass das Dublinsystem nicht funktioniert. Das wird nun auch von Merkel akzeptiert.

Diese Außerkraftsetzung spricht sich auf der Balkanroute sofort herum. Jeder Flüchtling wird zum „Syrer“, jeder verhindert, dass er in Griechenland oder in Ungarn registriert wird.

Damit hatte sich  Merkel  in eine unmögliche Lage gebracht:

Soll sie die Flüchtlingen an der Österreichischen Grenze einem unerträgliches Abschottungschaos aussetzten?

Sie entscheidet sich im Alleingang um 22 Uhr am 4.09.2015  für das Willkommenschaos!

antreiber2Die ungarische Politik spricht davon, dass Deutschland „die Flüchtlingen zum gedeckten Tisch gerufen habe“.

Die Vereinbarung, die Merkel mit Österreich in der Nacht trifft, geht in der Öffentlichkeit unter: “ die Flüchtlingen könnten aufgrund der Notlage an der ungarischen Grenze kommen. Der Zusatz Dublin gilt weiter und es handelt sich um eine Ausnahme, will niemand hören in den folgenden Tagen.

Mit den Flüchtlingen reisen in Deutschand an diesem Wochenende durch die ungeordnete Grenzöffnung Kriminelle, Illegale und auch militante Islamisten in Deutschland ein.

 

 

 

 

Was ist falsch gelaufen?

  • Die Deutsche Politik hätte nicht Griechenland und Italien in der Flüchtlingsthematik alleine lassen dürfen. Es musste klar sein, dass diese Länder überfordert waren.
  • Das Aussetzten der Dublinvereinbarung durch Bamf für die Syrer am 21.08.2015 war ein gravierender Fehler.
  • Die Kanzlerin hat in der Zeit vom 21.08.2015 bis zum 4.09.2015 versäumt, eine breite Unterstützungsbasis in der deutschen und europäischen Politik herzustellen.
  • Schließlich hat es die Regierung nicht vermocht,  die getroffene Entscheidung vom 4.09.2015 als Ausnahme deutlich zu machen.

Ein Migrant ist ein Mensch, der in einem Land lebt indem er nicht geboren wurde.

In 2013 fielen unter diese Definition von den 7.200 Mio. Bewohner der Erde 232 Mio, also 3 Prozent. 20 % der deutschen Bevölkerung fällt unter diese Definition.

Die Zahl der Flüchtlinge (aus unterschiedlichesten Gründen) auf der Welt ist mit 60 Mio. deutlich kleiner.

Von diesen Flüchtlingen sind 38 Mio. Binnenflüchtlinge, die Ihr Land nicht verlassen.

Somit kommen 22 Mio. Flüchtlinge in andere Länder.

Zwölf Krisenländer gibt es weltweit.

Die stärksten Flüchtlingsströme kommen aus Syrien (3,9 Mio.) Afghanistan (2,6 Mio.) und Somalia (1,1 Mio.).

Syrien hat 17 Mio. Einwohner. Der Krieg dort hat 7,6 Mio. Binnenflüchtlinge und knapp vier Mio. Flüchtlingen in andere Staaten hervorgerufen.

Die Länder, die die meisten Flüchtlinge in Ihrem Land haben sind

  • die Turkei mit 1,6 Mio (meistens Syrer)
  • Pakistan mit 2,6 Mio. ( meistens Afghanen)
  • Iran (meistens Afghanen)
  • Äthopien (Sudaner, Somalier).

Unter den 10 größten Aufnahmeländern ist kein westliches Land. Gleichwohl ist die EU mit 580 Mio. Einwandern der größten Wirtschaftsraum der Welt dar.

Die Kennziffer Asybewerber je Million Einwohner ist interessant:

Schweden                   1184

Deutschland                905

Zypern                          500 – 1000

Frankreich                      51 – 500

UK                                    51 -1000

 

In Deutschland hat 195 723 Asylanträge vorliegen ( ersten 7 Monate 2015).

Die Antragsteller kommen aus folgenden Ländern:

Syrien              42 100

Kosovo            29 997

Albanien        29 353

Serbien           11 642

Irak                 10 501

Mazedonien   5 514

Eritrea             4 871

Pakistan           3 379

Nigeria             3 381

Sonstige         44 794

 

Die Zahlen stammen aus der Veranstaltungsbeilage der FAZ und der Alfred Herrhausen Gesellschaft und der Zeit

 

 

 

Robert Gordon, Northwestern University, sieht vier Einflüsse, die eine Innovationsschwäche und damit ein geringeres Wachstum hervorrufen.

  1. Demograhie
    • Babyboomers scheiden aus der Arbeitswelt aus
    • Sinkende Wochenarbeitszeit durch Teilzeit und Minijobs
  2. sinkende Qualität des Bildungssystem
  3. Soziale Zerfallserscheinungen
    • Scheidungsraten
    • alleinerziehende Mütter
    • geringere Fürsorge für die Kinder
  4. Verschuldung der öffentlichen Haushalte

lehrer2Er diagnostiziert seit den 1970 Jahren ein schwächeres Produktivitätswachstum. In keinem Fall reiche das Produktivitätswachstum an das Niveau der 2. industriellen Revolution im späten 19. Jahrhundert heran. Lediglich im Zeitraum 1990 bis 2000 haben sich die Nutzen durch das Internet deutlich bemerkbar gemacht.

So zitiert Gordon den Internet Milliardär Peter Thiel mit seine schönen Satz: „Wir wollten fliegende Autos und haben 140 Zeichen bekommen“.

Sein Kollege, Joel Mokyr, widerspricht Gordon und ist optimistisch: „wenn die niedrig hängenden Früchte der Innovation alle gepflückt seien, werde die Wissenschft Leitern bauen, um höher hinaus zu kommen“.

Als „Blue Ocean Strategy“ Anhänger sympatisiere ich mit Joel Mokyr. Die INSEAD Forscher Chan Kim und Renée Mauborgne sehen das ähnlich. Sie sprechen von einer „hugely underestimated capacity to create new industries and recreating existing ones“

Die Ökonomin Shoshana Zuboff hat in der FAS ein paar interessante Thesen zu der Notwendigikeit vorgetragen , die globale Zivilisation durch einen neuen sozialen Entwurf zu ergänzen.
Ihre Thesen lesen sich als starke Begründung für Ansätze wie Nutzeninnovation („value Innovation“) und „Co Creation“

Ökonomie beginne mit unserem Verlangen, das Leben so zu führen, wie wir es wünschen. Sie nennt das die Phänomenlogie des menschlichen Verlangens.
Unser momentaner sozialer Entwurf sei pefekt auf die Erfordernisse der Massenproduktion ausgerichtet.
Die fundamentale Natur des ökonomischen Wertes wandele sich jedoch.

Hätten früher die Ware einen inneren Wert an sich gehabt, so wandere dieser Wert heute in die Erfahrung des Individuums. Ein Wert enstehe also nur, wenn das Verlangen des Individuums erkannt und erfüllt werde.
Werde ständig von Innovation gesprochen, so sei das ein sicheres Zeichen für den Untergang.
Innovation reiche nicht (Systemreparatur). Es müsse zu Mutationen kommen.
Das Geschäft gehe draußen vom Nutzer aus, nicht drinnen von der Firma.

Es fände eine Inversion der Geschäftsperspektive statt.
Ein verborgener ökonomischer Wert werde als individueller Wert im individuellen Raum realisiert.
Ökonomischer Wert sei in jedem Idividum verborgen.Wir seien bereit für Dinge zu bezahlen, die mir helfen, ein effektives Leben zu führen.

Das Verständnis des Verlangen des Individums gelingt nur, wenn das Individum dem Anbieter vertraue und ihn in „sein Raum“ lasse.

 

Shoshana Zuboff

Charles Edward Wilson Professor of Business Administration, Retired

Shoshana Zuboff is the Charles Edward Wilson Professor of Business Administration at the Harvard Business School (retired), where she joined the faculty in 1981.  One of the first tenured women at the Harvard Business School and the youngest woman to receive an endowed chair, she earned her Ph.D. in social psychology from Harvard University and her B.A. in philosophy from the University of Chicago. She has been a featured columnist for BusinessWeek.com and for Fast Company Magazine.

„Rote Ozeane“ sind gesättigte Märkte, die durch hohen Konkurrenzdruck mit Wettbewerbern, welche alle die gleichen Produkte anbieten, charakterisiert sind. „Blaue Ozeane“ hingegen werden als unberührte Märkte verstanden, die wenig bis gar keinen Wettbewerb aufweisen.
Wie Genossenschaftsbanken jetzt den Schalter umlegen können, erklärt Ihnen der ( Akademie Deutscher Genossenschaften) ADG-Dozent Hans Jürgen Ruhland in seinem Beitrag.

„Der Kunde im Bankgeschäft ist verteilt und der Wettbewerb entsprechend hart“, hat Professor Dr. Klaus Fleischer von der Fakultät Betriebswirtschaft der Hochschule München mal gesagt. BVR-Präsident Uwe Fröhlich konkretisiert die derzeitigen Herausforderungen: Sinkende Strukturbeiträge, ein eintrübender Wirtschaftsausblick, die Veränderung der Kundenwünsche, ein verschärfter Wettbewerb, steigende regulatorische Anforderungen, der Margenrückgang auf der Passivseite und Kostennachteile, die die Dezentralität mit sich bringt, beschäftigen die deutschen Kreditinstitute enorm.

Mit einer gelebten Kostenkultur und Qualität in Beratung, Vertrieb, Service und Produktion müsse diesen Herausforderungen begegnet werden. Solche Marktcharakterisierung nennen die beiden Professoren von einer der weltweit größten und renommiertesten Business Schools, INSEAD (Institut Européen d‘ Administration des Affaires, Paris), Renée Mauborgne und Chan Kim, einen „roten Ozean“. Rote Ozeane (= blutiger Kampf) kennzeichnen sich durch Margenschwindsucht und beinharten Verdrängungswettbewerb.
Man gewinnt, was der andere verliert
Andererseits zeigen die Vergangenheit und die Gegenwart, dass neben den „roten Märkten“ auch immer „blaue Märkte“ entstehen und existieren. Während erstere in den Überzeugungen der Militärstrategie fußt, die sich in den Worten wie etwa Chief Executive Officer (CEO) und Headquarter offenbart. Es geht schlicht darum, den Gegner (Wettbewerber) nieder zu kämpfen und das begrenzte und endliche Territorium (Markt) zu den eigenen Gunsten neu aufzuteilen. Man gewinnt, was der andere verliert. Exakt diese „rote Strategieschule“ manifestiert sich in den Eingangszitaten über die Branche der Banken.
Die Fakten in den zahlreichen Märkten, die untersucht wurden, zeigen jedoch deutlich auf, dass etliche Märkte eben nicht konstant, sondern „blau“ sind: „Blau“ sind Märkte, die ohne Konkurrenz sind und damit ein profitables Auskommen ermöglichen. Eine Reduzierung auf die „strategische Logik eines Territorialkrieges“ verschenkt deshalb Chancen, die eine strategische, „blaue“ Logik, bietet.
Blue-Ocean-Strategie als Bestseller
In zahlreichen Artikeln und in dem Geschäftsbuchbestseller „Der Blaue Ozean als Strategie: wie man neue Märkte schafft, wo es keine Konkurrenz gibt“, der in über 40 Sprachen übersetzt wurde, haben die Autoren die Vorgehensweisen dargestellt, die die Kreation „blauer Märkte“ ermöglicht.
Im Folgenden werden wir als „Amuse-Gueule“ folgende illustrative Beispiele aus dem „blauen Strategiewerkzeugkasten“ erläutern:
• „Blaues“ Strategieverständnis
• Überwinden von Markt- und Branchengrenzen
• Nachfrageinnovation
• Blauer Lackmustest für „blaue Innovationen“

Der Wissenschaftler Michael Porter legte in den 80er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts seine Forschungen zum Thema „Wettbewerbsstrategie“ vor. Etwas vereinfachend lautet seine These: Jedem Markt ist ein Profitpotential zugeordnet, das sich durch die Wirkung von fünf Kräften erklärt: Macht der Nachfrager und Anbieter, Neueintritte von Wettbewerbern, Substitution und die Aggressivität der momentanen Wettbewerber. Ist ein Unternehmen in einem solchen Markt oder entscheidet es sich für einen Markteintritt, so hat es zwei Strategieoptionen: Differenzierung oder Kostenführerschaft.
BVR-Präsident Uwe Fröhlich widerspricht „roter“ Strategie
Übersetzen wir dieses „rote“ Strategieverständnis für die Genossenschaftsbanken: Der Wettbewerb um die Einlagen ist hart („Margendruck auf der Passivseite“). Die Kosten werden durch Aufsichtsregeln und die Nachteile der Dezentralität nach oben getrieben. Die Eigenkapitalrenditen werden damit sinken. Das Lehrbuch der Wettbewerbsstrategie schlägt nun zwei Strategievarianten vor: entweder Differenzierung (Premiumleistung bei hohen Kosten/hohem Preis) oder Kostenführerschaft (aggressiver Preis für Standardleistungen).

Uwe Fröhlich widerspricht dem Rat der „roten“ Strategen: Vielmehr meint er, dass Kosten nach unten gehen müssten und dass gleichzeitig die Qualität von Beratung, Vertrieb, Service und Produktion steigen. Genau das empfiehlt die „blaue“ Strategie. Nutzensteigerungen für die Mitglieder und Kunden sind bei deutlich geringeren Kosten möglich.
Ein Beispiel, das die Boston Consulting Group neulich vorstellte: Eine Bank reduziert ihre 14 Sparanlageprodukte auf vier. Die IT-Kosten sinken deutlich. Die Beratung an der Front verbessert sich spürbar, weil die Berater die wenigen Produkte besser erklären können. Der Kunde schätzt die Vereinfachung als Zusatznutzen (keine „Qual der Wahl“) und fühlt sich besser beraten. Der Nutzen steigt und gleichzeitig sinken die Kosten. Das ist eine „blaue“ Strategie.
Fesseln ablegen und strategische Grenzen überschreiten!
Das zweite wichtige Vehikel, mit dem sich Märkte ohne Konkurrenz systematisch finden lassen, heißt Überwinden von Markt- und Branchengrenzen. Wir werden exemplarisch ein paar Gedanken zu jedem der sechs Suchpfade vorstellen.
Die Idee der Vorgehensweise ist es, sich vom Wettbewerb innerhalb eines Suchfeldes zu verabschieden, die Fesseln abzulegen zu Gunsten einer grenzüberschreitenden Gestaltung. Folgende strategische Bausteine werden betrachtet:

1. Branche
2. Strategische Gruppen
3. Käufergruppen
4. Umfang des Produkt- und Leistungsangebotes
5. Funktionale bzw. emotionale Ausrichtung der Branche
6. Zeit und Trend

Hans Jürgen Ruhland war zu Fuß in Südostfrankreich – in der Schweiz sah er eine ganz besondere Art von Pediküre Den Hugenotten- und Waldenserpfad ist der Friedrichsdorfer Politiker Hans Jürgen Ruhland entlanggepilgert. Die Strecke führt durch Baden-Württemberg und die Schweiz. Start war in Friedrichsdorf, Ziel die Stadt Die, der Herkunftsort zweier Familien, die Friedrichsdorf mitbegründet haben. Von Christiane Paiement-Gensrich Friedrichsdorf. 980 Kilometer weit mussten sie fliehen, und das meist zu Fuß. Monatelang waren die Hugenotten unterwegs, die Ende des 17. Jahrhunderts Frankreich verließen und in Friedrichsdorf eine neue Heimat fanden. Der Friedrichsdorfer Unternehmensberater und CDU-Politiker Hans Jürgen Ruhland (60) ist dem Weg gefolgt, den die verzweifelten Protestanten damals genommen haben. Hans Jürgen Ruhland

Inzwischen ist die Strecke ein europäischer Kulturwanderweg, der mit einem internationalen Kooperationsprojekt verbunden ist. Unter dem Motto „Auf den Spuren der Hugenotten und Waldenser (Sur les pas des Huguenots. . . et des Vaudois)“ arbeiten Partner aus Deutschland, der Schweiz, Frankreich und Italien zusammen daran. Dazu gehört die vollständige Markierung des Weges. Er soll zudem an das kulturelle Erbe der Hugenotten und Waldenser erinnern und eine Verbindung zu den heutigen Themen Exil, Migration und Integration herstellen. In Friedrichsdorf ist das Kulturamt mit dem Projekt befasst.

Ruhland ist in umgekehrter Richtung, von Friedrichsdorf nach Die in der südfranzösischen Region Dauphiné, gelaufen. „Von dort stammen Familien, die Friedrichsdorf
mitgründet haben“, erklärt er. Die Nachnamen sind Achard und Vauge.

„Das Gebiet war zu 90 Prozent von Protestanten besiedelt, die man damals gezwungen hat, katholisch zu werden“, berichtet Ruhland. Im Gepäck hatte er das fiktive Tagebuch eines Hugenotten, der von seiner Flucht erzählt. „Der Autor Johannes Melsen hat sich in die Lage der Glaubensflüchtlinge hineinversetzt und die Strapazen beschrieben, denen sie ausgesetzt waren. Sie bezahlten Schleuser für den Weg und hofften in Genf, dem sogenannten ,Rom des Protestantismus‘ eine neue Heimat zu finden.“ Aber die Schweiz war damals arm, half den Flüchtlinge zwar mit Geld, schickte sie aber bald weiter nach Schaffhausen.

„In Deutschland wurden die Hugenotten gern aufgenommen. Denn nach dem 30-jährigen Krieg herrschte extreme Unterbevölkerung.“ Erste Waldensersiedlungen in Deutschland liegen auf der Höhe von Pforzheim.

Französische Ortsnamen gibt es dort noch heute: Perouse (heute ein Stadtteil von Rutesheim), Serres und Pinache (Ortsteile von Wiernsheim), Kleinvillars (gehört zur Stadt Knittlingen) und Großvillars (Teil der Gemeinde Oberderdingen).

In mehreren Etappen hat Ruhland die Strecke absolviert. Die erste, im Mai 2011, dauerte nur zweieinhalb Tage und führte ihn von Friedrichsdorf nach Oberramstadt.

Die Schweiz durchquerte er in fünf Etappen und schwärmt von Zürichsee, Vierwaldstätter See, Brienzer See und Thuner See.

Zwischen März und August 2012 ging es von Schaffhausen nach Genf.

Seine Idee, im Frühjahr einen Weg durchs Gebirge zu nehmen, entpuppte sich jedoch als Wagnis: „Der Weg über den Haggenegg war zwar ausgeschildert, aber da lagen 1,50 Meter Schnee.“ Stundenlang stapfte er durch die Landschaft und war heilfroh, als der nächste Ort in Sicht kam.

In einer Gaststätte in Rüeggisberg ließ ihn eine Wirtin in ihr Gästebuch schauen und zeigte ihm die Unterschrift des früheren Chefs der Deutschen Bank, Josef Ackermann. Unrasiert sei der Spitzenmamanager unterwegs gewesen.

Sehr amüsiert hat Ruhland auch die „Rinderpediküre“, die er auf einem Bauernhof beobachten konnte: „Die Kühe werden vorsichtig festgebunden. Dann bearbeiten drei Helfer die Hufe mit einer Fräse. Das mögen die Tiere gern, denn später werden sie gemolken und bekommen Futter.“

Weniger witzig jedoch fand Ruhland den Hundebesitzer in Fribourg, der ihm erklärte, sein Vierbeiner höre aufs Wort – aber nur, wenn er an der Leine sei.

Die letzten Etappe lief der Friedrichsdorfer in fünf Tagen: Von Mens bis Die. Dort hat er schließlich erfahren, dass in der Gegend ein hervorragender Sekt produziert wird: Clairette. „Die Hugenotten mussten eine wunderschöne Gegend verlassen“, resümiert er. Kein Wunder, dass sie in ihren ersten Jahren in Friedrichsdorf dachten, sie könnten eines Tages in ihre französische Heimat zurückkehren.
Lavendelblaues Zeichen Das Symbol übrigens, mit dem der Hugenotten- und Waldenserpfad markiert ist, besteht aus einem dicken blauen Punkt mit den Umrissen eines Mannes mit Stock und breitkrempigem Hut darin sowie einer geschwungenen grünen Linie darunter. Das Band symbolisiert den Weg. Der Punkt erinnert an den „Mereau“ die sogenannte Abendmahls-Marke: Sie war im 17. Jahrhundert ein Erkennungszeichen der Hugenotten zur Teilnahme an geheimen Gottesdiensten. Das Lavendelblau, auf Französisch „Chairette-Bleu“, findet sich in der Dauphiné an Türen und Fensterläden.

Informationen zum Hugenotten- und Waldenserpfad gibt es im Internet: http://www.hugenotten-waldenserpfad.eu

 

 

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